Internationaler Aktionstag für Deine Privatsphäre
Internationaler Aktionstag für Deine Privatsphäre

Beim Internationaler Aktionstag für Deine Privatsphäre am 23.02.2013 steht die Aufklärung über das Überwachungsprojekt INDECT und die damit verbundene schrittweise Abschaffung der Unschuldsvermutung im Mittelpunkt.

Die Unschuldsvermutung ist die bedeutendste Regelung des Rechtsstaatsprinzip (Art. 20 und 28 GG ). Sie ist eine verfassungsmäßige Grundlage moderner Demokratien. Obwohl nicht explizit im Grundgesetz verankert, folgt sie aus Art. 6 Abs. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention sowie aus Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948. (Studie: Überwachung untergräbt Unschuldsvermutung, 400 Seiten, PDF)

Besonders deutlich wird diese Entwicklung beim INDECT Projekt. Dabei handelt es sich um ein orwellsches Forschungsprogramm der EU, dass die Kameraüberwachung, Gesichtserkennung, Polizeidatenbanken und Informationen aus dem Internet verbinden soll. Proaktiv soll „abweichendes“ Verhalten automatisiert erkannt werden.

INDECT wird von weiteren, ähnlichen Projekten in der EU-Sicherheitsforschung begleitet: ADABTS und SAMURAI befassen sich mit der Erkennung von anormalem Verhalten, bei HERMES stand die Gesichtserkennung und die Auswertung der Mimik im Vordergrund. Bis 2020 sollen 3,8 Milliarden Euro für weitere Forschungsvorhaben bereitgestellt werden.

Es wird Zeit, die Ziele und Folgen der EU-Sicherheitsforschung kritisch zu hinterfragen und eine breite Öffentlichkeit zu mobilisieren.

Informationsmaterial

Aktiv werden….

… und kreativ sein. Man kann mit ganz kleinen Aktionen beginnen (z.B. Informationsmaterial über INDECT in der Kaffeeküche im Büro liegenlassen), man kann Plakate an Informationswände kleben oder eine Wandzeitung in der Schule gestalten. Man kann sich mit Freunden zusammentun und eine kleine Informationsveranstaltung am 23.02. organisieren (ein Video als Einleitung zeigen und darüber diskutieren), man kann Kontakt zu Ortsgruppen aufnehmen oder einfach bei größeren Aktionen mitmachen, die in verschiedenen Städten organisiert werden.

Man kann Spaß haben mit dem Ausprobieren von Gegenstrategien wie CV Dazzle oder eine Schutzbrille gegen Gesichtserkennung tragen.

Für die Erkennung einer Person mit Techniken der Gesichtserkennung braucht man Fotos, um den Erkennungsalgorithmus zu trainieren. Laut Google CEO Erik Schmidt brauchen die Klassifikatoren 14 Trainingsbilder (Stand: 2010). Wo kommen diese Bilder her? Na bspw. von Facebook! Für die Next Generation Identification des FBI wird ausdrücklich Facebook als Daten­quelle für Fotos genannt. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus?

Es macht Spaß, gemeinsam mit Freunden eine Reihe von Foto mit Bildbearbeitungssoftware so zu verzerren, dass ein menschlicher Beobachter die Änderungen kaum erkennt, die Gesichtserkennung aber scheitert. Übung kommt beim Spielen…

… and our number will be legion.

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